Bäcker Laufer beim Pollerrichten


Pollerrichten

Pollerrichten mit Vorschlaghammer und anschließendem Feinrichten mit 100g-Hämmerchen unter Zuhilfenahme von Sextanten, Anemometer usw. Nach Beendigung wurde der Vorgang beim 1WO fertig gemeldet mit Eintrag im gefakten "Schiffstagebuch".

Soljanka-Erlebnisbericht eines OS                     (U-Jäger233)

 

"An eine Sturmfahrt kann ich mich auch erinnern.
Das war während der Nord-/Ostseefahrt im 2.Studienjahr. Wir waren auf dem Weg vom Skagerak rüber zur englischen Küste, als es uns erwischte. Ich weiß noch, daß wir die Wache von 00:00 bis 04:00 Uhr im Navigationsdeck hatten. Die Schotts standen offen, waren aber mit einem Tampen gesichert, damit wir nicht rauspurzelten.
Unser Zugführer war früher LTS gefahren und wurde schon bei See 2 ganz grün im Gesicht. Wir haben es uns unter den Koppeltischen auf unseren KA-See-Taschen gemütlich gemacht und so getan, als wäre uns ganz furchtbar übel. Unser ZF verstand das.
Um auf dieser Reise überhaupt ein Highlight zu haben, überquerten wir den Nullmeridian, wo das übliche Taufzeremoniell durchgeführt wurde und drehten dann schnell wieder um, als das Wetter sich weiter verschlechterte. Wir sind also nicht mal bis zum Kanalausgang gekommen.

Seit dieser Reise esse ich auch keine Soljanka mehr.
Denn diese sollten wir, zum Kombüsendienst eingeteilt, als Mittelwächter zubereiten. Und zwar in einer großen Kipppfanne, die leider funktionierte. Denn als ich mich bei einer heftigen Schiffsbewegung an ihr festhielt, ergoß sich die liebevoll zubereitete Soljanka auf den nicht sehr sauberen Kombüsenboden, auf den zur besseren Standfestigkeit auch noch Salz gestreut war.
Da keine Zeit mehr war, etwas anderes zuzubereiten, wurde alles wieder zurück in die Pfanne geschaufelt und alle Anwesenden (1 Smut + 2 Offz.Sch.) zum Stillschweigen verdonnert.
Gespannt auf die Reaktion unserer Kollegen wartend, teilten wir dann die Soljanka aus und waren auf einen schnellen Abgang vorbereitet. Aber eigentlich hat es allen geschmeckt."

zum Soljanka-Bericht habe ich heute obigen Kommentar in der damaligen Bordzeitung gefunden:  


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